Ein Ökologisches Projekt mit Kunst, Natur und Spiritualität

An ecological project with Art, Nature and Spirituality

Un progetto ecologico con Arte, Natura e Spiritualità

das aus der Notwendigkeit der Zeit als erlebbares Beispiel für eine zukünftige Kultur gedacht ist

Harmonie in der Sommerwiese

Sonnenwärme und Wärmeäther

Die wunderschönen, in sommerlicher Blüte stehenden Blumenwiesen im Projekt Naone sollen für einen weiteren Beitrag in die Aufmerksamkeit rücken. Als begleitenden Gedanken oder Aspekt der Betrachtung möchte ich heute die Frage nach dem Verhältnis einer einzelnen Blüte zur gesamten Wiese aufwerfen.

Steht die Pflanze für sich, vereinzelt? Macht sie den Eindruck einer Verbindung mit den anderen? Wie ist die Verbindung gestaltet? Harmonisch, disharmonisch? Verliert sich die Blüte in der Vielfalt einer Wiese oder bewahrt sie ihre charakteristische Eigenart? Ist die Wiese als Ganzes so füllig, dass man die einzelne Blüte nicht mehr wahrnimmt? Ist die Wiese als Ganzes wie eine Grundharmonie, die der Solistin, der Blüte, ihren Raum gibt?

Skizzenhaft sollen diese beispielshaften Fragen dazu anregen, die Verhältnisse zu betrachten. Dies kann anhand der Fotos aus Naone geschehen, aber besser noch anhand einer Blumenwiese, die man tatsächlich vor sich hat oder in eigener Erinnerung (1). Falls man keine Blumenwiese sieht oder kennt, kann man sich eine vorstellen und damit sogar kulturschaffend die Zukunft inspirieren. (2)

Vermutlich wird sich die Antwort auf die Fragen nicht auf eine Seite neigen. Vielleicht werden wir aufmerksam darauf, dass in der Natur ein wunderbares Gleichgewicht zwischen der Betonung des Einzelnen, der Blüte, und des Gesamteindrucks, der Wiese, besteht.

Möglicherweise bemerken wir, dass sich diese Frage für eine Wiese nicht ein für alle Mal definitiv beantworten lässt. Man könnte den Eindruck bekommen, dass die Pflanzen an einem Tag eher mehr wie verloren, zusammenhanglos erscheinen und an einem anderen Tag verbunden, plastisch, und ganz harmonisch eingebunden. Freilich sind das recht feine Unterschiede, doch mit derartigen Betrachtungsfragen kann man sich in der Beobachtung und Wahrnehmung schulen.

Allein schon das Licht, morgens oder abends, im Frühling oder im Herbst, in Mitteleuropa oder im mediterranen Raum, verleiht einer Wiese für den jeweiligen Augenblick einen spezifischen Ausdruck. (3)

Um das Bild noch zu erweitern, möchte ich eine kleine Episode darstellen. Sie liegt nun schon 12 Jahre zurück, ist mir aber präsent wie gestern und eine wertvolle Leitlinie in der Naturbetrachtung. Ich hatte die Möglichkeit, Heinz Grill auf einer Reise nach Ägypten zu begleiten. (4) Das Hotel lag an den Ufern des Nils, gegenüber streifte der Blick Felder, Palmen und einige Bergformationen. Es war mein erster Aufenthalt in Ägypten, ganz überwältigt war ich vom schönen, warmen Licht; alles schien mir so harmonisch und plastisch, verbindend und einladend, selbst die Betonfassade des Hotels. Diesen Eindruck schilderte ich Heinz Grill, der dem zustimmte. Und dann, nach einer kurzen Pause, präzisierte:

Dies lehrte mich, differenzierter hinzuschauen. Zwar findet die Natur immer einen harmonischen Ausdruck und ist immer von tragenden Lebenskräften oder Ätherkräften durchdrungen. Von diesen Ätherkräften war auf dieser Seite schon mehrfach die Rede. Sie wirken als Grundkräfte in der Natur, sind aber durchaus je nach Konstellation mehr oder weniger kräftig und die Natur stärkend präsent.

Bei der Naturbetrachtung kann also die Aufmerksamkeit auf dieses flüchtige Phänomen gelenkt werden: wie wirkt die Blumenwiese heute, jetzt, unter dem Aspekt der Differenziertheit und Verbindung?

Der Eindruck einer schönen, ruhigen Ordnung, eines ausgewogenen Verhältnisses vom Einzelnen zum Gesamten, die Gleichzeitigkeit von Differenzierung und Verbindung, ein plastisches Licht, das runde Formen betont – damit wären einige Charakteristiken, die aus verstreuten Beschreibungen von Heinz Grill stammen, genannt und können als Betrachtungskriterien für den sogenannten Wärmeäther dienen.

Ein zukunftsfreudiger Ansatz für den Naturschutz könnte es sein, diese Ätherkräfte zu stärken (6). Dies ist eine sehr vornehme Möglichkeit und Aufgabe des Menschen; denn als Menschen sind wir nicht nur von Ätherkräften durchdrungen, sondern grundsätzlich auch in der Lage, sie zu schaffen – zur Förderung von Natur, von Mit- und Umwelt, und auch zur Stärkung der eigenen Gesundheit. (7)

Text, Bilder, Filme: Lilly Zahara, 12.07.2026


(1) Die Fotografie in seinen technischen Eigenheiten und der Fotograf in Bewusstsein und Gestaltung verfügen über die Möglichkeit, bestimmte Aspekte herauszuarbeiten; dies ist eine Stärke dieses Mediums. Die Gleichzeitigkeit zwischen nah und fern, Einzelnem und Ganzen, kann in der Fotografie aber nie so abgebildet werden, wie sie der Mensch erleben kann.

(2) Anhand des Lavendels hat Heinz Grill darauf hingewiesen, dass schöpferische, gegenständliche Mediationsübung kulturschaffend und die Zukunft inspirierend wirken kann. Siehe hierzu den Artikel: „Lavendel: feine, zarte Berührung mit dem Kosmos“ auf dieser Seite.

(3) Siehe hierzu die Artikel zu den Qualitäten des Lichts:
Qualitäten des Lichts: Blütenhafter Osten, streichelnder Westen
Licht als Flamme: der feurige Süden
Licht differenziert und verbindet

(4) Als thematisches Ergebnis dieser Reise liegt eine Broschüre „Die Idee des rhythmischen Zusammenwirkens“ vor. Diese ist die schriftliche Fassung vor Ort gehaltenen Vortrags von Heinz Grill zur Empfindungsseelenkultur im alten Ägypten und ihre Impulse für die Gegenwart.
Erhältlich im stw-Verlag, auch als eBook

(5) Erweiterung des Zitats:
„Man kann sich einmal die Frage stellen […] warum ein Baum im Wald nicht als eine Einzelheit für sich erlebt wird, wobei er doch für sich eine Einzelheit repräsentiert. Warum wird auch der Grashalm oder die Getreideähre im Verbund mit der gesamten Umgebung erlebt? Man könnte diese Frage stellen, warum erlebt man, wenn man auf eine Einzelheit in der Natur blickt, nicht die Einzelheit isoliert, sondern warum erlebt man diese Einzelheit in einem Zusammenhang?“
Heinz Grill in: „Licht- und Wärmekräfte in Mensch und Natur: Grundlagen zum Geistigen Schauen und zum Aufbau der Ätherkräfte“, Broschüre aus dem stw-Verlag 2014, S. 14f.
Erhältlich im stw-Verlag, auch als eBook

(6) „[…] durch das, wie der einzelne Mensch Gedanken, Gefühle und letztendlich auch seinen Willensaufbau oder Willensstandpunkt bildet, werden Ätherkräfte, das heißt Lebenskräfte geschaffen. Es kann also der Mensch dadurch einen aktiven Beitrag zum Erbauen, zum Gesunderhalten des gesamten Weltenorganismus, der verschiedenen Umgebungsgebiete und seiner Mitmenschen leisten. Diese Tatsache, dass sich der Mensch in der Mitte der Schaffenskraft befindet, vergisst man nur allzu leicht. Nicht nur gute Nahrung oder gutes Wasser geben diese Möglichkeit, sondern der Mensch selbst kann einen Einfluss auf seine Umgebung ausüben und er kann auch Heilkräfte entwickeln, die einem Dritten bzw. universell jedem Menschen zugutekommen.“

Heinz Grill in: „Licht- und Wärmekräfte in Mensch und Natur: Grundlagen zum Geistigen Schauen und zum Aufbau der Ätherkräfte“, Broschüre aus dem stw-Verlag 2014, S. 9
Erhältlich im stw-Verlag, auch als eBook

(7) siehe dazu die vierteilige Aufsatz-Reihe von Heinz Grill, „Spirituelle Heilkunde und ihre praktische Anwendung im Leben“, Juni 2023, veröffentlicht unter heinz-grill.de