Ein Ökologisches Projekt mit Kunst, Natur und Spiritualität

An ecological project with Art, Nature and Spirituality

Un progetto ecologico con Arte, Natura e Spiritualità

das aus der Notwendigkeit der Zeit als erlebbares Beispiel für eine zukünftige Kultur gedacht ist

Überlegungen zu den gemeinschaftlichen Arbeiten im Projekt Naone anhand des Begriffs des „umgekehrten Kultus“
in einem Artikel von Heinz Grill vom 29. Januar 2026

Vielleicht sucht mancher Leser, der die Beiträge auf dieser Seite durchsieht, nach dem Besonderen, das dieses Projekt ausmacht. Ein Feld bestellen, Holz aufarbeiten, Heu ernten, Natur betrachten – ist das nicht sehr einfach, sogar trivial? Ökologische Gedanken, was das Heizen, den Elektrosmog oder die Artenvielfalt auf der Wiese betrifft – findet man die nicht auch andernorts? Und Spiritualität – ist das nicht etwas Großes, Erhabenes, ein Mysterium?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine gute, solide, ehrliche, fachkundige Arbeit, Entwicklung oder künstlerische Gestaltung immer positiv auf die Umgebung wirkt. Dieser Artikel handelt davon, wie diese mit dem Menschsein verbundene Qualität bewusst erweitert werden kann.

Dazu kann man vorstellungsweise das Innere und das Äußere des Menschen trennen. Das Äußere beschreibt die Handlung, die Tat, was macht der Mensch. Die Samen werden in die Erde gelegt, das Beet gepflegt, die Wiese gemäht, das Gemüse geerntet und zubereitet. In diesem Entwicklungs-Zusammenhang jedoch ist entscheidend, wie das Innere des Menschen – damit sind jetzt die Gedanken und Gefühle gemeint – aussieht.

Wo schweifen die Gedanken während des Kochens? Eine notwendig auferlegte Pflicht, die am besten zu bewältigen ist, wenn man nebenher überlegt, wie die weiteren anstehenden Herausforderungen des Tages bewältigt werden können? Eine Vorfreude auf den Gaumenschmaus?

Eine Wahrnehmung für den Fenchel, der auf dem Schneidebrett liegt, seine Form, Farbe und Struktur, sein Duft, die Gegensätzlichkeit der festen, saftigen Knolle und der fein-fiedrigen Blätter? Eine Wahrnehmung für den Gärtner, der den Fenchel aus dem Samen gezogen hat, zur richtigen Jahreszeit, in förderlicher Mischkultur? Eine Wahrnehmung für die Weisheitskräfte des Lebens, die den Samen sprießen lassen, ohne die der Gärtner machtlos wäre? Eine Wahrnehmung für die Raupen der Schmetterlinge, in dem Fall besonders des wunderschönen Schwalbenschwanzes, die sich auf und durch den Fenchel nähren und entwickeln?

Um dauerhaft am Leben zu bleiben, muss der Mensch essen. Um selbst am Leben zu bleiben, entnimmt er der Natur Pflanzen und vielfach auch Tiere. Beim lebenserhaltenden Essen ist der Mensch doch am meisten „Nehmender“? Wie ist das mit einer „gebenden Kraft“ zu vereinbaren?

Eines der ersten Bücher, die Heinz Grill veröffentlicht hat, trägt den Titel „Ernährung und die gebende Kraft des Menschen“. Die in den 1990er Jahren erschienene Ausgabe wurde inzwischen mehrfach aufgelegt und überarbeitet, der Titel eines seiner meistgelesenen Bücher ist immer gleich geblieben. Er beschreibt ein scheinbar unauflösbares Paradoxon.

Der feine Unterschied, der das Blatt wendet, ist die Wahrnehmung. Genauer gesagt, die gedanklich geführte Wahrnehmung, die bis zur Konzentration und sogar Meditation entwickelt wird. Ein Sinneseindruck allein – der Fenchel auf dem Schneidebrett – macht noch nicht den qualitativen Unterschied. Der Unterschied tritt mit den begleitenden Gedanken und ihrer Qualität zu Tage.

Will ich abnehmen, sehe ich im Fenchel ein kalorienarmes Gemüse, das mich eine Zeitlang satt macht. Will ich den Körper gesund erhalten, ist der Fenchel ein frisches, vitaminreiches Gericht. Suche ich nach Verwirklichung einer gebenden Kraft, stelle ich den Nutzen, den der Fenchel für mich haben kann, einmal hintenan. Die Fragen sind dann anders geartet: Welche spezifischen Kräfte der Natur gestalten den Fenchel? Welche jahreszeitlichen Lichtstimmungen und atmosphärischen Kräfte hat die Pflanze aufgenommen und in Substanz verwandelt? Nur um ein Beispiel zu nennen.

Die Wahrnehmung des Menschen, die sich so konzentriert und ruhig auf das Betrachtungsobjekt richtet, dass es sich in seiner Wesenheit frei aussprechen kann, wirkt befreiend und stärkend auf das Gegenüber. Der geistige Gedanke, der dem Objekt innewohnt und zugrunde liegt, wird erforscht, verlebendigt, vergegenwärtigt. Zur Formulierung der Forschungsfragen ist die Phantasie frei. Allein, die das Gegenüber befreiende, aufbauende Frage zielt immer auf die geistige Wirklichkeit hinter der Erscheinung, die wir betrachten.  Nur die Frage nach dem Geistigen kann geistige Kräfte ansprechen.

In der Regel fällt es dann schon wesentlich schwerer, die richtige Frage zu finden. An bestehender geistiger Forschung anzuknüpfen und einen schon herausgearbeiteten Gedanken präsent zu halten, zu beobachten und zum Objekt hinzu zu denken, ist eine großartige Hilfe.

Heinz Grill hat in einer immensen Fülle an Literatur unendlich viele Zusammenhänge erläutert, die im Grunde für jeden Lebensbereich eine neue Grundlage geben. Hier einen Gedanken herauszugreifen und an und mit ihm zu arbeiten, hat einen großen – „gebenden“ – Wert. Im Sinne der Einheit von Werk und Autor es dabei selbstverständlich, nicht einfach einen Gedanken zu „nehmen“, sondern auch den Autor als den Schöpfer dieses Gedankens zu schätzen.

Mit dieser Analogie soll deutlicher werden, worin die Qualität der Arbeiten im spirituell-ökologischen Projekt Naone liegt. Spiritualität wird nicht als etwas verstanden, das außerhalb des Menschen liegt und durch bestimmen Rituale oder Techniken heraufbeschworen wird. Sie liegt auch nicht in einem inneren Gefühlserleben.

Spiritualität liegt hier in der Synthese und Verwirklichung eines geistigen Gedankens im konkreten Tun im sozialen Miteinander. Dadurch wird nicht allein die Materie gestaltet – das Haus gebaut, der Stein gesetzt, der Weg angelegt – sondern auch eine Atmosphäre geschaffen, die vom Besucher als entlastend, regenerativ und in allen Belangen aufbauend erlebt werden kann.

Die Idee der Sonnenoase und das Projekt ‚Naone‘ als ein mögliches Ausgestaltungsbeispiel sind als Beitrag für die Welt konzipiert. Besucher sind willkommen und finden Anregungen und Förderung. Interessenten können an Praktika oder Studiengängen teilnehmen.

Diejenigen, die diese Ideale als Mittelpunkt des Lebens und Ausgangspunkt für ihre Lebensgestaltung wählen, versuchen natürlicherweise, sich selbst immer mehr so zu schulen und zu erziehen, dass diese „gebende Ausstrahlung“ auf möglichst umfassende und reine Art verwirklicht wird. Die einzelnen Übungen formieren sich zu einem Schulungsweg, der die Persönlichkeit zu verwandeln und zu veredeln vermag.

Der spirituelle Lehrer Heinz Grill greift hier eine Formulierung von Rudolf Steiner auf und spricht vom „umgekehrten Kultus“. Anders als in traditionellen Zeremonien, wo der Geist aus dem Himmel auf die Erde herabgerufen wird, kann hier eine

In dem am 29. Januar 2026 veröffentlichten Artikel setzt sich Heinz Grill mit den gegenläufigen Bewegungsrichtungen des Geistes auseinander: von oben nach unten oder von unten nach oben. Als Voraussetzung für das Gelingen der geistigen Gabe nennt er mehrere Umstände: eine „innigliche“ Haltung, der Selbstüberwindung und

so ein die Arbeit begleitender Gedanken von Heinz Grill. Vielleicht erscheinen nun auch Ihnen manche Verrichtungen in einem neuen Licht. Und begleiten manche Gedanken auch Ihre Tätigkeiten oder den Weg in das spirituell-ökologische Projekt Naone.

Text: Lilly Zahara, 14.02.2026
Bild: Archiv Naone, Lilly Zahara


Siehe den Beitrag
„Das Wesen des Heu – Heuarbeit kann die Empfindung des heimatlichen Aufgenommenseins fördern“ auf dieser Seite unter „Bewirtschaftung“


Horst Stern praktiziert und demonstriert die Yoga-Übung „Aufgestellter Pfau“ im Rahmen einer Studieneinheit der „Freien Hochschule für Spiritualität“
Infos zum Studienangebot der Hochschule hier unter www.yoga-und-synthese.de
Link zum „Studio für Yoga und Lebensgestaltung“ von Horst Stern


Das erwähnte Buch „Ernährung und die gebende Kraft des Menschen“ von Heinz Grill ist erhältlich im stw-Verlag
„Heinz Grill stellt mit diesem Buch keine neue Ernährungslehre vor, sondern es geht ihm um die Beziehung, die der Einzelne zur Nahrung entwickeln kann. Es geht ihm um den Menschen, der mit seiner schöpfersichen Gestaltungskraft die Nahrungsmittel veredeln und einen Sinn für die in der Natur waltenden Ätherkräfte entwickeln kann. Dies betrifft den Anbau, die Zubereitung wie auch das Essen selbst.“
Vorstellung des Buchs beim Verlag

In seinem Meditationsbrief vom 28. Februar 2026 beschreibt Heinz Grill selbst die Intention des Titels:

Die Meditationsbriefe beinhalten Inhalte sowie unterschiedlichste Formen als Anleitung und tägliche Praxis. Sie erscheinen wöchentlich. Interessenten an den Meditationsbriefen wenden sich an meditationsinhalte@mail.de