Ein Ökologisches Projekt mit Kunst, Natur und Spiritualität

An ecological project with Art, Nature and Spirituality

Un progetto ecologico con Arte, Natura e Spiritualità

das aus der Notwendigkeit der Zeit als erlebbares Beispiel für eine zukünftige Kultur gedacht ist

Ökologie kann im Menschen beginnen!

Wenn wir Menschen an die Natur denken und die Natur empfinden lernen, baut sich in ihr auf natürliche Weise eine schützende Elementargeistigkeit auf.”
(H. Grill, Der Archai und der Weg in die Berge)

Es gibt inzwischen viele gute Überlegungen und Verfahren, um die Umwelt zu schonen und die biologische Vielfalt (der Arten) zu erhalten und ihr Zusammenwirken zu denken. Noch fehlt aber die wirkliche Beziehung der Menschen zu ihrer natürlichen Umgebung. Meist denkt man Umweltschutz getrennt vom Menschen. Wie aber kann Mensch und Natur aufbauend zusammenwirken? Wie kann die Natur vom Menschen profitieren?


Das Seminar Erde und Mensch

Das ökologische Seminar Erde und Mensch in Naone (27. – 29.8.2021) stellte die Bedeutung des einzelnen Menschen mit seiner Wirkung auf die Umwelt heraus.

Der gewöhnliche Umweltschutz beinhaltet noch nicht, dass der Mensch auch gestaltend und aufbauend auf die Natur wirken kann. Aktiver Naturschutz und Ökologie erhält damit eine neue Bedeutung. Zum einen kann der Mensch die Natur gestalten, sie bepflanzen und ihr künstlerisch schaffend begegnen. Zum anderen, und darauf war der Schwerpunkt des Seminars ausgerichtet, kann jeder Mensch durch seine Art der Wahrnehmung immer auf die Natur aufbauend wirken. Nicht die äußere Methode, sondern die Bewusstseinshaltung des einzelnen Menschen ist dafür wesentlich.

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Der Unterschied zwischen Konsum und bewusster Betrachtung

Der Mensch kann in der Art, wie er eine Sache anschaut und wie er ihr begegnet, die Natur, Orte oder Gegenstände aufbauen. Indem er eine Sache bewusst wahrnimmt, zum Beispiel eine bestimmte Eigenschaft wie eine Form, eine Farbe, eine Komposition und sie erlebt und als schön empfindet, fördert er diese Sache. Diese Tätigkeit hat einen großen Wert.

Es kann vorkommen, dass etwas zwar objektiv schön ist, aber einem dennoch nicht besonders auffällt und man es nicht als schön erlebt, obwohl man es anschaut. Ein Haus oder ein Kunstwerk, das zwar objektiv schön ist, kann dennoch nicht schön wirken. Je nach dem, wie jeder Mensch eine Sache wahrnimmt, ob er sie konsumiert oder aufmerksam wahrnimmt, wirkt er gebend oder nehmend. Indem er etwas konsumiert, für sich in Besitz nimmt, nimmt er der Sache ihre Ausstrahlung, ihre Schönheit hinweg. Die Sache erstrahlt für andere nicht mehr.

Wenn man etwas bewusst so betrachtet, dass man es in seiner Schönheit fördert, dann erschafft man für diese Sache Substanz. Ein nächster Mensch wird die Sache schon beim ersten Blick aufmerksamer betrachten. Die Sache scheint mehr zu leben. Diese Kraft in der bewussten, aufmerksamen Wahrnehmung bedeutet für Natur wie auch für die Kultur sehr viel. Der Mensch kann eine Sache neu beleben, aufbauen und zum Ausstrahlen für andere Menschen bringen. Die Folge ist u.a. ein Empfinden der Achtung und des würdevollen Umgangs mit der Natur, einem Ort oder einer Sache. In diesem Sinne beginnt Ökologie in der bewussten Beziehung des Menschen zu seiner Umgebung.

Das schöpferisch-geistige Element

Wenn man etwas, wie die Gestaltung eines Gartens neu ordnet, neue Formen entwickelt, mit Steinen neue Formationen und Kompositionen erbaut, dann gibt man als Mensch der Natur etwas hinzu. Man erweitert die Natur und erschafft damit neue Lebenskräfte (Ätherkräfte).

Dieses schaffende Prinzip bezieht sich auf die verschiedenen Fachbereiche in Naone. Ein schöpferischer Umgang mit der Natur kann die Natur erbauen. Indem der Mensch wahrnehmend und mit Gedanken und die Natur gestaltet, kann er die Natur sogar veredeln. Dafür braucht es den individuellen Menschen, der Ideen verlebendigt.

Naone ist ein Projekt, das durch einzelne Menschen gezeichnet ist. Die künstlerische Gartengestaltung, das einfache Bauen mit Steinen, die Pflege der Wiese, Holzarbeit, die Arbeit mit Formen wie auch Meditation, Textarbeit, Betrachtungsübungen und Yogaübungen wird von Einzelpersonen geschaffen. Heinz Grill beschreibt in einem Artikel die Idee der sogenannten “Sonnenoase” (Link zum Artikel). Diese Sonnenoase schildert er als einen Ort, der durch den Einzelnen schöpferischen Menschen lebt, der eine Idee für ein größeres Gesamtes verwirklicht und ausstrahlt.

In der Natur werden folgende Bereiche individuell bearbeitet


Haselsträucher im Randbereich werden zurückgedrängt, um die Verbuschung der offenen Fläche zu verhindern. Dadurch wird Licht geschaffen und die Gesamtfläche wirkt offener und weiter. Auch Wasserbereiche (Bäche, ein Tauchbecken, ein Teich) wurden geschaffen und Anbauflächen für Getreide und Gemüse. Im Wald wird das Sturmholz aufgearbeitet und damit Ordnung geschaffen und das Holz als Brennholz genutzt. Ein Spazierweg mit unterschiedlichen Bereichen wurde gestaltet, der die Sinne anregt. Alte Begrenzungsmauern sind neu errichtet und verschiedene Kräuter gepflanzt, für die Gesundheit/Ernährung, zur Betrachtung und zur Reduzierung von Schadinsekten.

Neben dem Steinweg wurden Lavendelsträucher gepflanzt.

Ordnung, Gliederung und Gestaltung zieht die Blicke der Menschen an und belebt die Elementargeistigkeit. Und in der Folge zeigen sich vermehrt Wildpflanzen, wie z. B. die Königskerze, Lilien und Orchideenarten. Auch Wildtiere (Reh-, Rotwild, verschiedene Vogelarten) finden sich ein, wie auch die Smaragdeidechse.

Es zeigt sich, dass es notwendig ist, der Natur mit Gedanken, Vorstellungen und aktivem Tun entgegen zu kommen.

“Je mehr Gedanken aus einer natürlichen und gewählten Aktivität in die Schöpfung hineinfließen, um so mehr gewinnt die Schöpfung ein Erkraften. Je weniger wir aber an die Natur, an die Wege, an die Berge und ihre Elemente denken, um so weniger können sie von uns zu ihrer Erkraftung einen Nutzen ziehen.” (H.Grill)