Ein Ökologisches Projekt mit Kunst, Natur und Spiritualität

An ecological project with Art, Nature and Spirituality

Un progetto ecologico con Arte, Natura e Spiritualità

das aus der Notwendigkeit der Zeit als erlebbares Beispiel für eine zukünftige Kultur gedacht ist

Noch im letzten Beitrag war vom Winter und der vegetationslosen Zeit die Rede. Wir haben den Lebensäther betrachtet und eine Annäherung an diese tiefe Kraft, die sich in der Gegensätzlichkeit von unendlicher Konzentration in die Tiefe und weitester, flammenartiger Ausdehnung ausdrückt, gesucht.

Mit den länger und lichtreicher werdenden Tagen, den sanft wärmenden Sonnenstrahlen und dem Abtauen und Einsickern des im Winter zu Schnee kristallisierten Wassers wird auch die Vegetation angeregt. Die ersten, feinen Blüten des Jahres, die sich nach und nach im Kontrast zum noch braun und abgestorben darniederliegendem Gras und dem Laub des Vorjahres zeigen, sind besonders anrührend. Wie in das Frühjahr hinein tastend öffnen sich die zarten Blüten der Sonne und dem Kosmos.

Heinz Grill hat den Frühjahrspflanzen ein Gedicht gewidmet, das ich an dieser Stelle nochmals veröffentliche. Die poetischen Zeilen evozieren die Vorstellung der Ätherkräfte, die vom Kosmos auf die Erde hineinwirken und aus der Weite heraus das Pflanzenwachstum impulsieren. Die sprießenden und knospenden Blüten erscheinen wie konzentriertes und materialisiertes Licht. Diese Bilder erweitern die übliche Sichtweise und sind es sicherlich wert, länger und wiederholt betrachtet zu werden.

Die Frühjahrspflanze

Ulrike Sinzinger
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Ulrike Sinzinger
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Die Vorstellung, das Pflanzenwachstum sei eine ureigene, treibende Kraft der Erde, mit der Sproß gleichsam aus der Erde schiebe, entspricht unseren gängigen Denkgewohnheiten. Das Bild genau gegensätzlich, aus der Weite des Kosmos impulsiert und die Blumen-Materie aus dem Licht geschaffen, aufzubauen, ist durchaus eine Herausforderung. Es bedarf wiederholter Aufmerksamkeit, um sich dieser imaginativen Vorstellung anzunähern.

Rudolf Steiner beschreibt allerdings diesen Vorgang in analoger Weise. Anders als die von Heinz Grill poetisch und bildreich gewählte Form sagt dieser in seinem Vortrag vom 3. April 1912, „Elementarwesen der Erde und des Wassers“, „ich möchte Ihnen gleichsam trocken die Tatsachen, die sich dem okkulten Blick darbieten, erzählen.“ (S. 37)

Der Zusammenhang des nun folgenden Zitats besteht in der Beschreibung von zwei verschiedenen Klassen, wie er es nennt, von Wesenheiten, die „hinter dem Schleier der Natur“ stehen. Die einen Wesen seien fest und konkret (diejenigen in der Erde, besonders im Metallischen), die anderen bewegt, sich stetig wandelnd. Diese Wesen könne man nicht zeichnen, da sie unentwegt ihre Gestalt ändern würden. Diese entsprechen dem Wasser – und haben auch mit den Frühjahrspflanzen und speziell mit den Knospen zu tun.

So dass wir sagen können, dass, wenn wir hier aus der Erde die Pflanze heraussprossen sehen, wir sie überall umspült sehen von solchen sich metamorphisierenden Wesenheiten. Und der okkulte Blick fühlt dann, als wenn  das, was da oben unsichtbar über der Pflanzeknospe webt und west, etwas zu tun hätte mit dem, was die Pflanze aus dem Boden herausstreben macht, herausholt aus dem Boden.

Ja, sehen Sie, meine lieben Freunde, die gewöhnliche physische Wissenschaft erkennt nur das Wachstum von Pflanzen, weiß nur, dass die Pflanze eine Triebkraft hat, die von unten nach oben sprießt.

Der Okkultist aber erkennt: Bei der Blüte ist das anders. Nehmen wir an, da wäre ein junger Pflanzensproß. Der Okkultist erkennt um den jungen Pflanzensproß herum sich metamorphisierende Wesenheiten, die gleichsam entlassen sind aus der Umgebung und herunterdirigieren; die nicht bloß, wie es das physische Wachstumsprinzip tut, von unten nach oben gehen, sondern die von oben nach unten wirkend die Pflanzen herausholen aus dem Boden.

So dass der okkulte Blick im Frühling, wenn die Erde sich mit Grün überdeckt, etwas fühlt wie aus dem Weltall  herniedersteigende Naturkräfte, die herausholen das, was in dem Erdenboden ist, damit das Erdeninnere ansichtig werden kann des Himmels, der äußeren Umwelt.“ (S.39)

Der Genauigkeit halber möchte ich an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass die Analogie der imaginativen Bilder von Heinz Grill und Rudolf Steiner in der Impulsierung des Pflanzenwachstums aus dem Kosmos heraus besteht. Das Gedicht von Heinz Grill beschreibt das Wirken des Lichts, während Rudolf Steiner sich auf „metamorphisierende Wesenheiten“ bezieht, die sowohl in bestimmten  Zuständen des Wassers als auch um die Blütenknospe herum spielen.

Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität NaoneDie Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
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Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone
Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität NaoneDie Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone Die Frühjahrspflanze: Schaftlose Primel und Leberblümchen auf dem Weg von Ponte Arche nach Lundo - Betrachtungen zum Wesen der Wachstumskräfte im Frühling im Projekt für Ökologie und Spiritualität Naone

Diejenige Frühlingskünderin, die für die Region um Naone fast am meisten charakteristisch ist, ist in der obigen Galerie nicht vertreten: Primula acaulis, die schaftlose Primel. Sie steht gern licht, doch nicht ganz der vollen Sonne oder der offenen Wiesenfläche preisgegeben. An Rand-Situationen ist sie häufig anzutreffen: am Wiesenrand, am Wegrand, im Obstanger, unter Haselnussträuchern oder im noch unbelaubten Buchenwald. Ein besonders attraktiver und anziehender Kontrast stellt die zart-gelben Blüten neben das Violett der Leberblümchen, mit denen sie sich gern vergesellschaftet.

Der Schaftlosen Primel war 2025 ein eigener Artikel gewidmet, der hier verlinkt ist.

In den schattigen Bereichen von Naone hält sich noch der Schnee, dort beginnen sich die Blüten erst zu entwickeln. In den etwas tieferen Lagen um Ponte Arche oder Godenzo jedoch sind sie schon zu vollständiger Entfaltung gelangt. Die oben gezeigten Bilder sind Anfang März 2026 auf dem Wanderweg von Ponte Arche nach Lundo entstanden. Dieser Weg weist sehr schöne Abschnitte auf, ist im derzeitigen Zustand aber nur für jene empfehlenswert, die sich auch weglos im Unterholz orientieren können.

Text: Lilly Zahara, Bilder der Galerie „Frühjahr 2026“: Lilly Zahara

Bilder-Galerie zur „Frühjahrspflanze“: Fotos von Martin und Ulrike Sinzinger aus den Gebieten Gran Sasso, Abruzzen, Trentino (Italien) sowie Chiemgau (Deutschland)

Quellennachweis für die Zitate bzw. Seitenangaben von Rudolf Steiner: Wolf-Ulrich Klünker (Hrsg.), „Geistige Wesen in der Natur“, aus der Reihe „Rudolf Steiner, Themen aus dem Gesamtwerk“, Bd. 18, Verlag Freies Geistesleben Stuttgart, 2. Auflage 1998. Der genannte Vortrag vom 3. April ist Teil des Vortragszyklus „Geistige Wesen in den Himmelskörern und Naturreichen“, den Rudolf Steiner 3. bis 14. April 1912 in Helsinki gehalten hatte. Erhältlich im stw-Verlag


Stephan Wunderlich hat dieses Gedicht vertont und mit Fotos von Martin Sinzinger zu einem Video zusammengestellt. Es singt Claudia Zrenner.