Gemüsebau in Naone
Grundsätzlich geschieht die Gestaltung von Garten und Grundstück durch individuelles Interesse.
Arbeiten werden gemeinsam durchgeführt und so ist das Ergebnis die Frucht von allen zusammen.
Jeder, der hierher kommt, sieht, was aus seiner Beteiligung geworden ist.

Auf den knapp 1000 Höhenmetern von Naone neigt sich die Gartenbau-Saison Mitte Oktober dem Ende zu. Noch stehen schwarzer Rettich, Gelbe Rüben, Wintersalate und Gemüse-Löwenzahn auf dem Feld, eine Handvoll Stangenbohnen werden die Küche noch bereichern. Das Getreide ist bereits abgeerntet, der Kürbis erhält seine letzte Reife.
Obwohl das Feld mit seinen 7×32 Metern gar nicht so klein ist und auf 7 Parzellen für eine gesunde Fruchtfolge bewirtschaftet wird, besteht nicht das Ziel, sich und die Teilnehmenden an der freien Hochschule mit einem möglichst großen Anteil an Gemüse selbst zu versorgen.
„Das Projekt soll nicht für sich abgeschlossen dastehen, sondern sich öffnen, integrieren und Beziehungen schaffen. Deshalb kaufen wir gerne bei biologischen regionalen Betrieben die Nahrungsmittel, die in unserer Küche verarbeitet werden. Der Anbau auf dem Feld dient vorwiegend zur Anschauung und Betrachtung.“
Das Getreide stellt die Grundlage der Ernährung dar und nimmt eine bevorzugte Stellung ein. So werden jedes Jahr Hafer, Hirse, Roggen, Gerste und Dinkel angebaut. Keimung, Wachstum, Blüte, Fruchtbildung und Reife können betrachtet und miterlebt werden. Durch Seelenübungen werden die im Vorbeigehen gesammelten ersten Eindrücke vertieft und eine intensivere Beziehung geschaffen. Lebens- oder Ätherkräfte werden erschaffen und wirken aufbauend auf Natur und Mensch.



Augenfällig ist, dass die Pflanzen auf kleinen Hügelreihen, die noch dazu in Bogenformen angelegt wurden, gedeihen. Warum wurde diese besondere Form der Kultur gewählt?
Ganz allgemein spricht Heinz Grill darüber, dass gestaltete Formen das Pflanzenwachstum anregen. Von Rudolf Steiner stammt die Aussage, dass auf einem erhöhten Niveau lebendige Ätherkräfte wirken. Zur praktischen Umsetzung dieser geistigen Anregungen wurde in Naone die von Julian und David Turiel entwickelte „Dammkultur“ gewählt. Für den Gartenbau bedeutet diese Kulturmethode, dass Wasser, Luft und Wärme hier besonders begünstigend an die Pflanze herantreten.
Von Bogenformen allerdings ist bei Turiel nicht die Rede; diese bilden eine Besonderheit in Naone. Die Bögen und Dämme sind so angelegt, dass sie auf das „Casa artistica“ zulaufen. Die gesamte Anlage des Gartens oder Feldes ist auf das Haus ausgerichtet und als Kreissegment konzentrisch darauf angeordnet.



So könnte man sagen, dass der Garten in zweierlei Hinsicht aus dem Zentrum des Hauses entwickelt wurde. Aus bestimmten, konkreten, gewählten, imaginativen Gedanken – wie sie im Studienbetrieb gepflegt werden – und durch geometrische Konstruktion. Der Bewirtschaftung des Gartens liegen Gedanken zur aufbauenden Entwicklung von Gemüse, Mensch, Natur und Welt zugrunde. Durch die rhythmische Zusammenarbeit interessierter Menschen entstehen feine Beziehungen untereinander.
Lilly Zahara, 26.10.2025
Gestaltung des Grundstücks:
Die sieben Kreise um den Mittelpunkt des Hauses
Um das Haus wurden insgesamt 7 Kreise gemessen, die alle die Hausmitte als Mittelpunkt haben und jeweils eine Hauslänge (das sind 15,83 m) auseinander liegen. Verschiedenen Plätze auf dem Grundstück sind so zum Mittelpunkt des Hauses hin angelegt, wie z. B. der runde Meditationsplatz, das Glashaus und die Säule.
Diese Plätze stehen alle auf demselben Kreisbogen. Damit entsteht eine Grundgeometrie für das ganze Grundstück. Das Haus steht mit den verschiedenen Elementen in einem Gesamtzusammenhang.
Weitere Gestaltungselemente werden an anderer Stelle auf auf dieser Seite beschrieben

„Wenn nämlich für irgendeinen Ort der Erde ein Niveau, das Obere der Erde, vom Inneren der Erde sich abgrenzt, so wird alles dasjenige, was sich über diesem normalen Niveau einer bestimmten Gegend erhebt, eine besondere Neigung zeigen zum Lebendigen, eine besondere Neigung zeigen, sich mit Ätherisch-Lebendigem zu durchdringen. Sie werden es daher leichter haben, gewöhnliche Erde, unorganische, mineralische Erde, fruchtbar zu durchdringen mit humusartiger Substanz oder überhaupt mit einer in Zersetzung begriffenen Abfallsubstanz, wenn Sie Erdhügel aufrichten und diese damit durchdringen. Dann wird das Erdige selber die Tendenz bekommen, innerlich lebendig, pflanzenverwandt zu werden.„
Rudolf Steiner, „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ (Landwirtschaftlicher Kurs“, Vierter Vortrag, Koberwitz, 12. Juni 1924


Die von Julian Turiel entwickelte „Turiel-Dammkultur“ versteht sich als ganzheitliches Anbausystem.
Ziel ist es, Böden aufzubauen. In der traditionellen Dammkultur gilt es daher Bodenleben zu fördern, dass sich Pflanzengesundheit und Erträge nachhaltig steigern.
Link zur Website (Foto siehe turiel-dammkultur.com)