Eine Blumenwiese im Sommer
Schönheit für die Seele
Bunte, reiche, vielfältige Blumenwiesen sind selten geworden. Im ökologischen Projekt steht die Wiese nun, Mitte Juni, in voller Blüte.
Gern hält man sich hier auf und lässt den Blick über die farbenfrohe Vielfalt der Sommerblumen und filigranen, sich elegant im Wind wiegenden feinen Gräser schweifen.


Die Zeit vergeht schnell, es gibt viel zu entdecken: Verschiedene Bereiche der Wiese mit unterschiedlicher Hangneigung, Sonnenexposition, Bodenfeuchte, Nährstoffgehalt. Daraus resultieren unterschiedliche Schwerpunkte der Blüte: hier die Margeriten, dort der Klappertopf, hier ein Nest mit zarten Wiesenglockenblumen, dort leuchten Lilien aus dem Grün.
Schön ist es hier. „Die Wiese ist ein wahres Kunstwerk“, meint der Landwirt, der sie hegt und pflegt, mit Kompetenz und ruhiger Beobachtung für fachgerechte Mahd, Durchlüftung und Besonnung des Bodens sorgt.
Man fühlt sich bereichert nach dem Besuch einer Blumenwiese. Frisch, heiter, angeregt, lebendig. Als ob sich in einem selbst vergessene Töne oder Qualitäten, die in der stressgeprägten Durchtaktung des Arbeitsalltags wie verklungen oder verdörrt sind, neue Nahrung bekämen und sich sachte regten. Nicht nur das Auge findet Anregung und Bereicherung, auch der Empfindungsbereich des Menschen.
Nicht nur, aber auch von Heinz Grill, wird beschrieben, dass jede Pflanze einen bestimmten Ausdruck, eine Signatur ausgestaltet. Sie repräsentiert eine konkrete, spezifische Qualität in der Natur. Eine bestimmte ätherische Wesenheit, eine Tugendkraft, könnte man auch sagen.
Sind uns mehrere Bereiche, in denen Mensch und Pflanze in Beziehung stehen, geläufig – als Sauerstoffproduzent, als Nahrungsgrundlage, als Heilmittel, als Reiz- und Giftstoff beispielsweise – so sind wir in der Regel auf die zusätzliche, feinere Ebene nicht aufmerksam. Dieser feinere Ausdruck spricht uns auf der seelischen Ebene an.
In Bezug auf den Lavendel – der allerdings in unseren Breiten als Gartenpflanze kultiviert wird und nicht in der Blumenwiese zu erwarten ist – wurde dies auf Grundlage von Aussagen von Heinz Grill im letzten Artikel ausgearbeitet.
Beim nächsten Mal einer Betrachtung einer Blumenwiese könnte beispielsweise dieser Gedanke den Blick begleiten. Allein durch die Anwesenheit der Frage können wir eine Erweiterung erleben. Vielleicht äußert sie sich als eine feine, freudige Empfindung, vielleicht eine nähere Beziehung, vielleicht begleiten uns die Blüten noch in die nächste Nacht und den nächsten Tag.

Erinnert man sich am nächsten Tag nochmals an diese Betrachtung zurück, bemerkt man vielleicht, welch großen Unterschied es macht, wie und mit welchem Gedanken man die Blumen, die Wiese betrachtet.















Text und Bild: Lilly Zahara, 21.06.2026
