Die Traumwelt der Undinen: Gestaltungsarbeiten in Naone
Der sogenannte Undinenweg und Undinenplatz sollten nach dem Winter wieder erfrischt und neu belebt werden. Eine Gruppe von Studienteilnehmern stellte sich an zwei Nachmittagen dieser Aufgabe.
Die Sphäre der Undinen – was soll entstehen?
Die Bildung einer Vorstellung, was und welche Qualitäten mit der Arbeit entstehen sollten, stand am Beginn.
Denn, auch wenn letztendlich unter anderem sinnvollerweise die Trittsteine des Weges gesäubert und das vorjährige Laub entfernt wurde, so war dies nicht das umfassende Ziel. Dies bestand darin, einen Platz für die Undinen zu schaffen, „sich ganz in deren Traumwelt hineinversetzen und diese dann mit klaren Gedanken hervorbringen.“
Heinz Grill gibt zur Orientierung einige Beschreibungen
Ein Glitzern kennzeichne die Sphäre der Undinen, ein Glitzern wie ein Licht- und Schattenspiel im Wald. Wasser schätzten die Undinen, klares, reines, sauberes, fließendes Wasser, keinesfalls sumpfig. Ihre Sphäre sei wie ein weicher, moosiger Waldboden, ein Platz, wo man sich gern hinsetzt. Und sie träumen gern, die Undinen. Sie liebten es sauber, aber steril solle es nicht sein.



Mit klaren Gedanken die „Traumwelt der Undinen“ hervorbringen
Ein Gerinne, in dem klares Quellwasser läuft und rhythmisch über Steine geleitet wird, war schon vor wenigen Jahren angelegt worden. Die größte Geländestufe dieses Weges wurde mit Steinen und einem Auffangbecken für das lebhaft herabspringende Wasser gestaltet.
Unsere Gruppe schenkte dem bereits mit Steinen umfriedeten Bereich rund um den kleinen artifiziellen Wasserfall und dem steinbepflasterten Weg, der das murmelnde Wasser weiter begleitet, besondere Aufmerksamkeit.
Nachdem der Bereich um diesen kleinen Wasserfall gereinigt und auch kleine Becken vom Bodensatz gesäubert waren, zeigten sich das Bild und der Lauf des Wassers bereits viel differenzierter. Das von Natur aus klare Wasser war nun als solches besser wahrnehmbar.

Mit Moos wurden Zonen geschaffen, über die das Wasser fein rieselt. Trittsteine und ein Sitzplatz erschließen den Bereich für den betrachtenden Besucher. Vegetabile Elemente wie Moos, Wurzelholz, Rindenstücke und dorthin umgesiedelte Primeln und Leberblümchen milderten den Gegensatz von Stein und Wasser und schafften eine verbindlichere Atmosphäre.
Ist die Arbeit gelungen?
Die Kriterien zur Beurteilung der Arbeit müssen ebenso adäquat und empfindsam angelegt werden wie die Zielvorstellung. Wie wirkt das neu entstandene Ensemble? Ist ein Glitzern bemerkbar? Möchte man sich gern hinsetzen und verweilen? Welche Impressionen gewinnt der Wanderer nach Naone am nächsten Tag, in der nächsten Woche?





Am Abend beschäftigten uns noch weitere Fragen.
Das Interesse war geweckt. Woher kommen die Undinen?



Mit logischem Nachdenken und Überlegungen konventioneller Prägung konnten wir die Rätsel nicht lösten. Lockt ein „Undinenplatz“ diese geistigen Wesen an? Woher kommen sie und wie entstehen sie?
„Nach dem Ursprung dürfen wir nicht fragen; ihr Ursprung liegt im Weltenall.“ Sagt Rudolf Steiner dazu. [4] Aber, so führt er weiter aus: „Gibt man ihnen aber Veranlassung zur Nahrung, so sind die Wesenheiten da.“ [4]
Unter bestimmten Bedingungen verkörpern sie sich, so seine Angaben. Rudolf Steiner gebraucht für die Undinen die aufschlussreiche Formulierung, „die im Wasser sich verkörpern.“ (1)
Er sagt an anderer Stelle: „Ebenso findet eine Verkörperung statt von Wesenheiten an der Quelle. Wo der Stein die Quelle berührt, da verkörpern sich die Wesen, die an das Element des Wassers gebunden sind: die Undinen.“ [4]
Nun wird es für uns leichter vorstellbar, dass die den Undinen entsprechende Gestaltung von Naturräumen die Möglichkeit zur Verkörperung schafft.
Aus dem Zusammenhang des oben genannten Zitats und aus weiteren Zusammenhängen bei Rudolf Steiner wird darüber hinaus deutlich, dass auch Gedanken des Menschen und Wahrnehmung des Menschen für das Geistige in der Natur eine Art Atmosphäre oder Aura schaffen, in der die Elementarwesen in die Geburt treten können. Die Sphäre, die der Mensch schafft, kann folgerichtig als Nahrung für die Undinen angesehen werden.
Das deckt sich mit dem, was uns Heinz Grill als Anregung für die Gestaltungsarbeiten mit auf den Weg gegeben hatte: „die Sphäre der Undinen selbst hervorbringen“.
Sehr wohl gibt aber Rudolf Steiner genaue Beschreibungen über die Entstehung der Elementarwesen in der Weltenentwicklung.
Eine kleine Geschichte der Undinen
Als mythologische Figuren werden die Undinen oder Undenen als weibliche, jungfräuliche Wassergeister charakterisiert.
Ihr Name in verschiedenen europäischen Sprachen und Epochen (undia, unde, unda, odine) weist immer auf die Bedeutung für „Welle“ und leitet sich vermutlich aus einer indogermanischen Wurzel ab. Die Wahrnehmung von Geistern des Wassers beschränkt sich jedoch nicht auf diesen Kulturbereich. Im slawischen Sprachraum sind es die Rusalken, die als Wassergeister beschrieben werden, allerdings mit recht unterschiedlicher Erscheinung.
Als Repräsentantin des Wassers finden wir die Undine sowohl in der Lehre von den vier Elementen der griechischen Antike als auch in der des Paracelsus im 16. Jahrhundert.
Dr. Faustus, die von Johann Wolfgang von Goethe geschaffene Figur der gleichnamigen Tragödie, versucht die Elemente mit einem Bannspruch zu bändigen
„Wer sie nicht kennte die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister.“
Und so ruft er der furchterweckenden Erscheinung, die sich seiner Stube bemächtigt und die sich schließlich als Mephistopheles entpuppen sollte, entgegen
„Verschwind in Flammen, Salamander!
Rauschend fließe zusammen, Undene!
Leucht in Meteoren-Schöne, Sylphe!“
(Faust, Teil I, Vers 98ff, „Studierzimmer“, erschienen 1808).
In der weiteren Kultur-, Literatur- und Musikgeschichte wird die Undine als romantische Sagengestalt einer Wasserfrau ausgeformt. Sie wird mehr und mehr zum rätselhaften, unergründlichen, ungreifbaren weiblichen und untergründig gefährlichen Wesen.
Die Märchennovelle Undine von Friedrich de la Motte Fouqué (1811) zählt zu den bedeutendsten Werken der deutschen Romantik. Ritter Hildebrand verliebt sich in Undine, heiratet sie und führt sie in die Menschenwelt ein. Die Menschen jedoch empfinden sie als Bedrohung, stoßen sie grausam aus, verzweifelt ruft Undine:
„Ihr Leute, die ihr so feindlich ausseht und so zerstört […] ich wusste von euren törichten Sitten und eurer harten Sinnesweise nichts und werde mich wohl mein lebelang nicht dreinfinden!“ [9]
Sie entschwindet wieder ins Wasser, „bald aber war sie in die Donau ganz verronnen“. [9]

Einmal noch kehrt sie zurück, am Tag der Hochzeit ihres ehemaligen geliebten Ritters Hildebrand mit Bertalda. Undine hatte ihn noch gewarnt, den Brunnen in der Burg verschlossen zu halten. Doch Bertalda schlägt die Warnung in den Wind, lässt den Brunnen öffnen, mit dem Wasser kommt Undine in die Burg und tötet Hildebrand mit einem Kuss. Sie hatte keine Wahl, hatte doch zuvor Hildebrand ihren Verwandten, Kühleborn, den Wildbach und den Fluss, verflucht, wodurch ihr Vergeltung aufgetragen war.
Eine Oper von E.T.A. Hoffmann, die 1816 genau diese Erzählung zum Stoff nahm, war in ihrer Zeit äußerst erfolgreich. Albert Lortzig schuf 1845 ebenfalls eine Oper Undine, die den bereits großen Erfolg von Hoffmann noch übertraf. Rusalka aus dem Jahr 1900 ist die bekannteste und erfolgreichste Oper des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák.
Die Moderne aber nimmt Abschied von dergleichen zauberhaften Gestalten.

Eine Art Schlusspunkt setzt Ingeborg Bachmann 1961 mit ihrer Erzählung Undine geht. Die österreichische Lyrikerin nimmt die Novelle von de la Motte Fouqué auf, allerdings aus der Perspektive der Undine. Sie ist enttäuscht vom Verhalten des Mannes, von den Menschen, von den Prinzipien der Nützlichkeit, der Brauchbarkeit, der Politik, der Banken, der Börse, des Handels, die ihr Denken bestimmen. Eine liebendes ineinander Verschlingen der verschiedenen Elemente scheint nicht möglich.
„Wenn dir nichts mehr einfiel zu deinem Leben, dann hast du ganz wahr geredet, aber auch nur dann. Dann sind alle Wasser über die Ufer getreten, die Flüsse haben sich erhoben, die Seerosen sind gleich hundertweis erblüht und ertrunken, und das Meer war ein machtvoller Seufzer..“ [9]
Undine geht schließlich.
Klingt die Gestaltung eines „Undinenplatzes“ dann nicht
etwas phantastisch oder kindlich-naiv?
„Man redet heute viel von Naturkräften, aber von Wesenheiten, die hinter diesen Naturkräften stehen, redet man recht wenig. Wenn man von Naturwesenheiten spricht, dann betrachtet der heutige Mensch das als Aufwärmung eines alten Aberglaubens. Dass jene Worte, die unsere Vorfahren gebrauchten, auf Wirklichkeit sich gründen – wenn jemand behauptet, dass Gnomen, Undinen, Sylphen und Salamander etwas Wirkliches bedeuten -, das gilt als alter Aberglaube.“ [4]
konstatiert Rudolf Steiner bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Dennoch, so sagt er, seien die Elementarwesen diejenigen Wesen der geistigen Welt, die sich dem erkennenden Blick als erstes hinter der physisch-sinnlichen eröffnen.
Ich kann für mich nicht behaupten, eine wirklich eigenständige Anschauung der verschiedenen Wesen der Elementargeistigkeit errungen zu haben. Mein persönliches Anliegen ist es, die Schönheit der Natur und das Gleichgewicht in der Natur zu fördern. Dadurch, dass wir in der Natur offensichtlich einer immensen Lebendigkeit und Vielheit an Lebenskräften gegenüberstehen, reicht ein menschliches Erfassen, das rein auf sinnlich-physikalische Vorgänge ausgerichtet ist, nicht aus.
Durch Lesen, Vorstellung, Suchen des Phänomens in der Natur, Wahrnehmung, Konzentration, Wiederholung und wiederholte Vorstellung auf Grundlage von Berichten geisteswissenschaftlicher Forschungen reift ein Verständnis für die geistigen Kräfte in der Natur heran. Mit dem Verständnis reift auch idealerweise der Mensch und sein unmittelbares ausgleichendes Wirken.
Rudolf Steiner macht uns Mut:
„Wir dürfen nicht jene Mutlosigkeit haben, die sich davor zurückhält, von konkreten geistigen Wesenheiten zu reden. Wohin wäre die Menschenentwickelung gekommen, wenn zum Beispiel das Volk des Alten Testaments und andere Völker so mutlos gewesen wären, nicht zu sprechen von einzelnen geistigen Wesenheiten, sondern von einer verschwommenen allgemeinen geistigen Wesenheit in pantheistischer Weise? […]
Wir müssen uns jedoch in die Lage versetzen, nicht nur im Menschen das zu finden, was wir so in die geistige Welt versetzen können, sondern den Mut haben, in der ganzen Umgebung den Geist zu suchen, wie wir das Natürliche durch die Sinne suchen.“ [3]



Rudolf Steiner und die Undinen
Es ist Rudolf Steiner, der durch seine geisteswissenschaftlichen Forschungen den Elementarwesen ihre Realität gleichsam wieder zurückgibt.
Zuallererst sind die Undinen diejenigen Wesen, die sich im Wasser verkörpern. [1],
Derjenige, für den sich die Welt hinter der physisch-sinnlichen offenbart, „wird in ihm [im Wasser] erkennen eine riesige Summe von Elementarwesen, die das Wasser durchdringen und im Grunde das Wasser sind. Denn das Wasser ist der Schauplatz, das Seelenelement dieser Elementarwesen.“ [2]
Das Wasser braucht allerdings einen bestimmten, kühlen Zustand, um Schauplatz für die Undinen zu sein. Kommt „Feuer“ hinzu, verflüchtigen sie sich. Abgelähmt und gestorben werden sie, wenn Wärme hinzutritt, beispielsweise, wenn Nebel sich in der Sonne verflüchtigt. Oder auch, wenn in der medizinischen Therapie warmes oder heißes Wasser verwendet wird. [2]
Mit kaltem Wasser hingegen verlebendigen sie sich wieder. Verwendet die medizinische Therapie kaltes Wasser, so kann man die „die Leben-reizende Kraft all dieser im Entstehen begriffenen Wesen“ empfinden.



Rudolf Steiner beschreibt weiterhin:
„Bei dem Ablähmungs- und Sterbeprozess, der beim Erhitzen und Verdampfen von Wasser stattfindet, geben diese Elementarwesen gleichsam Samen von sich, die wiederum aufsprießen bei der Abkühlung und Verdichtung des Wassers. Unzählige Mengen von Geburten von Elementarwesen sind verbunden mit einem auf die Erde herabströmenden Regen, und wir können darin den wohltätigen Einfluss dieser neuentstehenden Wesen erleben.“
„Noch manches andere wird der hellsichtig Gewordene bemerken. Für ihn werden die Wolken, die für das gewöhnliche Auge bei einem Gewitter als schwarze, unheilkündende, zusammengepresste Wolken da sind, wie leuchtende, hellglänzende Wolken erscheinen. Und wenn aus der Regenwolke der Blitz schlägt und der Regen herab strömt, dann schaut er das als Licht, das auf die Erde strömt.“ [2]
Weiterhin können wir Undinen in der Ausgestaltung des pflanzlichen Blattes finden. Und hier offenbaren sie, immer Rudolf Steiner folgend, eine besondere Gefühls- oder Empfindungshaftigkeit.
„Das, was an Elementarwesen im Flüssigen ist, durchströmt den Baum in seinem Safte selber. Es strömt hinein mit seiner Empfindung in jedes Blatt. […] Dadurch ist wiederum das Empfindungsleben viel intensiver bei diesen geistigen Wesenheiten [des Wassers, Anm. d. A.], als das sehr intensive Verstandesweben bei den Elementarwesen des Festen.“ [3]
„Ihre höchste Wonne ist, wenn sie an die Oberfläche eines Tropfens oder eines Wassers kommen, denn dann bewahren sie sich, bleibend Fischgestalt anzunehmen.“ [8]
Ganz allgemein, so beschreibt es Rudolf Steiner, sind Elementarwesen dort anzutreffen, wo sich zwei verschiedene Naturreiche begegnen. Im Bereich des Mineralischen wäre dies das Gestein und das Metall beispielsweise. In der Sphäre des Luftigen die Berührung der Blume durch die Biene. Und für das Wässrige, für die Undinen, gilt, „an der Quelle, wo das Moos den Stein bedeckt und somit das Pflanzenreich das Mineralreich berührt“ [4]
„Wenn Sie gewisse Stätten beobachten könnten, zum Beispiel Quellen, wo unten der Stein ist und dann Moos darüber wächst, und so eine Art Wand zwischen der Pflanze und dem Stein sich bildet, und dann das Wasser darüber sickert – das ist auch notwendig -, da würden Sie sehen, dass das, was man Nymphen und Undinen nennt, etwas sehr reales ist; das zeigt sich da mit besonderer Stärke.“ [7]
Undinen sind in ständiger Metamorphose, sich „fortwährend verwandelnde“ Wesen [5]. Wenn man sich hingibt dem Spiel einer „in einem Wasserfall sich zerstäubenden und überschlagenden Wassermasse; wenn man sich hingibt den sich bildenden, auflösenden Nebeln und dem Wasserdunst, der die Luft erfüllt und rauchförmig nach oben geht, oder wenn man einen feinen Regen nach unten strömen sieht oder auch ein leises Rieseln durch die Luft gehen fühlt.
Wenn man all dem gegenüber moralisch empfindet, so ergibt das die zweite Klasse von Wesenheiten, denen gegenüber wir anwenden möchten das Wort Metamorphose, Verwandlung.“ [6]
Interessanterweise bringt Rudolf Steiner das Phänomen der Undinen mit der indischen Intuition in Verbindung:
„Vishnu stellte dar diejenige Weltensphäre, die an den Menschen nur heran darf, insofern er fortwährend das Aufgebaute wiederum abtragen muss, insofern da sich fortwährend verwandeln muss. Und Shiva stellte dar alles das, was mit den zerstörenden Kräften zusammenhängt.“
Und in den älteren Zeiten der indischen Hochkultur sagte man: Brahma ist innig verwandt mit allem, was Feuerwesennatur ist, was Sylphennatur ist; Vishnu mit alledem, was Sylphen- und Undinennatur ist. Shiva mit all demjenigen, was Gnomen- und Undinennatur ist“ [5]
Wie diese metamorphosierenden Wesen gerade in der frühlingshaften Knospen- und Blütenbildung eine Rolle spielen, finden Sie im Beitrag zum Gedicht „Die Frühjahrspflanze“ von Heinz Grill auf dieser Seite.



Weitere Angaben von Rudolf Steiner



„Diese Undinen […] stehen auch in Beziehung als ergänzende Wesen zu den Tieren, die schon auf einer etwas höheren Stufe stehen, zu den Tieren, welche schon einen mehr differenzierten Erdenleib aufgenommen haben. Diese Tiere, die dann in das höhere Fischwesen hineinwachsen oder auch in das höhere Amphibienwesen, brauchen Schuppen, brauchen irgendeinen harten Panzer. Das, was an Kräften vorhanden ist, um diese Außenstütze, gewissermaßen dieses Außenskelett, gewissen Tieren, wie den Insekten, zu verschaffen, das verdankt die Welt der Tätigkeit der Undinen. […] Diese Tiere, die nun von außen geschützt werden müssen, die zum Beispiel mit einem Panzer umkleidet werden müssen, die verdanken ihre schützenden Hüllen der Tätigkeit der Undinen.“ [5]
Auf drei weitere Angaben von Rudolf Steiner möchte ich an dieser Stelle nur hinweisen, sie aber nicht ausführen: im traumlosen Schlaf bewege sich der Mensch in einem „bewegten Meer der Undinen“. In der Entwicklung des Menschen seien die Undinen entscheidend an der Entwicklung der Sprechorgane des Menschen beteiligt. Und in ihrer bösartigen Form wären Undinen für Parasitenbefall verantwortlich. Hinweise für die weitere Forschung sind im verdienstvollen Artikel auf AnthroWiki enthalten.
Ein Schlusswort von Rudolf Steiner
„Wir sind umgeben und ganz und gar durchdrungen von diesen geistigen Wesenheiten, und der Mensch muss in Zukunft, wenn er nicht ein ganz trauriges, sein Leben ausdörrendes Schicksal erfahren soll, eine Kenntnis haben von dem, was um ihn lebt.
Ohne diese Erkenntnis wird er nicht mehr weiterkommen können.“ [4]
Fotos: Martin und Ulrike Sinzinger
Lilly Zahara, 1.4.2026
[1] Rudolf Steiner, Veröffentlichungen zur Geschichte und aus den Inhalten der esoterischen Schule 1904 bis 1914, Briefe, Dokumente und Vorträge, Dornach, 1987, GA 265, S. 357ff
[2] Instruktionsstunde in Basel, 24. September 1912, Veröffentlicht in: Rudolf Steiner, Veröffentlichungen zur Geschichte und aus den Inhalten der esoterischen Schule 1904 bis 1914, Briefe, Dokumente und Vorträge, Dornach, 1987, GA 265, S. 357ff
[3] Rudolf Steiner, „Anthroposophie als ein Streben nach Durchchristung der Welt“, Vortrag in Wien, 11. Juni 1922, veröffentlicht in: Rudolf Steiner, Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. Exoterisches und esoterisches Christentum, Dornach 1986, GA 211, S. 195ff
[4] Rudolf Steiner, „Das Pfingstfest des seelischen Zusammenstrebens und des Arbeitens an der Vergeistigung der Welt“, Vortrag in Köln, 7. Juni 1908, veröffentlicht in: Rudolf Steiner, Natur- und Geistwesen. Ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt“, Dornach 1996, GA 98, S. 88ff.
[5] Rudolf Steiner, Achter Vortrag in Dornach, 3. November 1923, veröffentlicht in: Rudolf Steiner, Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, Dornach 1993, GA 230. S. 128 ff.
[6] Rudolf Steiner, „Elementarwesen der Erde und des Wassers“, Aufsatz im Sammelband Geistige Wesen in der Natur, Wolf-Ulrich Klünker, Hrsg., Stuttgart, 2. Auflage 1998, S. 39.
[7] Rudolf Steiner, Elfter Vortrag vom 1. Juni 1998, veröffentlicht in: Rudolf Steiner, Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen, Dornach 1984, GA 102, S. 183ff.
[8] Diese Angabe aus dem Beitrag „Undinen“ in AnthroWiki konnte ich nicht in der Originalquelle finden. Auch wenn meine Quellenangaben in manchen Aspekten über die Grundlagen des AnthroWiki-Artikels hinausreichen, so ist dieser doch von unschätzbarem Wert und erschließt die umfangreichen und verstreuten Angaben von Rudolf Steiner außerordentlich gut.
[9] Die Original-Zitate sind aus einem Aufsatz von Hermann Dorowin entnommen:
Friedrich de la Motte Fouqué, Undine. Eine Erzählung, Stuttgart 1953, S. 58
Friedrich de la Motte Fouqué, Undine. Eine Erzählung, Stuttgart 1953, S. 81
Ingeborg Bachmann, Vom Nullpunkt zur Wende, S. 196
Herrmann Dorowin, „Ingeborg Bachmann: Undine geht“,
https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/14078/file/bachmann_undine.pdf
Hermann Dorowin ist Universitätsprofessor für Germanistik an der Universität zu Florenz. Er arbeitet für den Suhrkamp Verlag an einem Band der Erzählungen Ingeborg Bachmanns.
