Der Sommer und die Geheimnisse des Lichts
Jetzt im Sommer erleben wir die längsten Tage des Jahres, die lichtreichsten und lichtintensivsten.
Wenn wir es im Laufe eines Tages beobachten, stellen wir sehr schnell fest, dass es ein dauernd sich wandelndes Phänomen ist. Nicht nur, dass es nicht materiell greifbar und deshalb „unfassbar“ bleibt. Sondern auch, und das ist hier gemeint, weil Intensität, Farbe, Ausdruck sich beständig neu formen und zeigen.
Am Morgen und am Abend, bei Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang, ist dies besonders augenfällig. Die unten eingefügten Bilder zeigen den Gipfel des Monte Caré Alto, mit 3465 m der höchste und bedeutendste Berg im südlichen Bereich der Adamellogruppe. Innerhalb kurzer Zeit nimmt der an sich graue Kalkfels unter dem Einfluss des Lichtes der aufgehenden Sonne, die verschiedensten Farben an.






Diesen formschönen und markanten Gipfel habe ich deshalb ausgewählt, weil man vom Grundstück des ökologisch-spirituellen Projekts Naone aus eine direkte Blickverbindung hat.
Was also ist eigentlich das Licht?
Um dem eigentlichen Kern, dem „Wesen“ des Lichts näher zu kommen, ist es sicherlich leicht nachvollziehbar, dass memoriertes Wissen über seine Natur als Welle innerhalb eines elektromagnetischen Spektrums oder als Strom von Quantenobjekten nicht wirklich weiterhilft.
Um sich Begriffen anzunähern, gibt uns Heinz Grill eine Seelenübung an die Hand. Diese möchte ich hier in kurz skizzieren; im Original ist sie in der Schrift „Übungen für die Seele“ nachzulesen.
Wie lässt sich das Phänomen „Licht“ charakterisieren?
„Die innere oder verborgene Bedeutung […] entwickelt sich auf langsame und lebendige Weise durch eine Bemühung um eine Charakterisierung, die auf verschiedene Ebenen ausgerichtet ist“.
Es handelt sich also um die eigene Aktivität der Charakterisierung, mit der man dem Begriff oder dem Phänomen näher kommen kann.
Um zu eigenen Eindrücken und Empfindungen zu kommen, kann man phantasiereich vorgehen und Fragen stellen. Welche Eindrücke lassen sich sammeln, wenn sich an der Beschreibung des Begriffs „Licht“ versucht? Wie erleben wir das Licht? Erleben wir das Licht ‚an sich‘ oder im Zusammenhang mit Erscheinungen der Welt, in der Natur, an physischen Gegenständen?
Wie ist das Verhältnis von Dunkelheit zu Licht? Oder von Helligkeit zu Licht – besteht hier eine Übereinstimmung? Licht und Sonnenlicht? Wie verhalten sich Licht und Farbe zueinander?
Welche Adjektive zur Beschreibung verschiedener Zustände oder Qualitäten des Lichts lassen sich finden?
Wie ist das Verhältnis von Dunkelheit zu Licht? Oder von Helligkeit zu Licht – besteht hier eine Übereinstimmung? Licht und Sonnenlicht? Wie verhalten sich Licht und Farbe zueinander?
Welche Adjektive zur Beschreibung verschiedener Zustände oder Qualitäten des Lichts lassen sich finden?
Diese Fragen können beispielshaft für eine Annäherung, die jedoch individuell weiter ausgestaltet und ausgeformt werden, dienen.
Ist das Licht grell, fahl, sanft, mild, füllig? Plastisch, verbindend, matt, erschöpft, trist? Gerade das Spiel mit verschiedensten konkret oder metaphorisch gebrauchten Adjektiven führt näher an verschiedenste Erscheinungsformen des „Lichts“, das zunächst als reiner Begriff genommen wurde, heran.
Ein Eindruck, den man aus dem ersten Teil der Übung vielleicht gewinnen kann, zeigt auf, dass „Licht“ nicht nur physisch nicht greifbar ist, sondern in seiner Qualität und Ausstrahlung auch einer steten Dynamik unterworfen ist. Ständig wechselnd und modulierend kann man das Licht im Laufe eines Tages erleben.
Heinz Grill beschreibt im Folgenden noch weitere Schritte: die Gesetzmäßigkeit hinter dem Begriff zu erforschen und in der Weiterführung die Vorstellung des idealen, harmonischen, verbindenden Lichts im Denken zu schaffen.
Mit dieser gekürzten Wiedergabe einer Seelenübung von Heinz Grill soll eine mögliche Herangehensweise zum Beispiel an Naturphänomene skizziert werden. Zusammenhänge, Hintergründe und eine umfassendere Ausformulierung finden sich in dem Buch „Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse“, Synergia-Verlag, 2022.
Ein Zusammenhang, wie der Mensch auf das Licht wirken kann, finden Sie in diesem Artikel dargestellt. „Die Übung, das Licht und die Freude der Elementargeister“
Text und Bild: Lilly Zahara, 07.07.2025

Beispielshaft zeigt Heinz Grill diesen Prozess auch am Phänomen und Begriff des Meeres auf, nachzulesen auf seiner Website:
„Logik und Gesetze der Gesundheit – Die Heilwirkungen des Meeres“

Ein Zusammenhang, wie der Mensch auf das Licht wirken kann, finden Sie in diesem verlinkten Artikel dargestellt:
„Die Übung, das Licht und die Freude der Elementargeister“

Heinz Grill, „Übungen für die Seele“
3., erweiterte Auflage 2022, Synergia-Verlag
Zitate auf Seiten 93, 94 und 99.
Link zum stw-Verlag mit Bestellmöglichkeit für das Buch