Ein Ökologisches Projekt mit Kunst, Natur und Spiritualität

An ecological project with Art, Nature and Spirituality

Un progetto ecologico con Arte, Natura e Spiritualità

das aus der Notwendigkeit der Zeit als erlebbares Beispiel für eine zukünftige Kultur gedacht ist

Wo Yoga-Asana und Naturbetrachtung sich treffen

Beobachtungen zu Ätherkräften in Mensch und Natur anlässlich eines Studienaufenthaltes im April 2026

Die frühlingshafte Natur ist voller zauberhafter Vorgänge.
Einer der in der vegetationslosen Zeit ersehnten ganz besonderen Momente ist der Blattaustrieb im Laubwald.

Aus den im Winter trocken und wie tot wirkenden Baumknopsen treiben nun die grünen Blätter. Doch grün ist nicht gleich grün; die helle, zarte Farbe der jungen Blätter, die fein vom Licht aufgenommen und durchdrungen werden, ist unvergleichlich. Nicht kräftig, robust und hart, wie man es im Sommer kennt, sondern filigran und hauchdünn entfaltet sich das zarte Laub.

Ganz besonders die Buche hat es mir angetan. Die Blattknospen dieser kräftigen und langlebigen, im Alter außerordentlich mächtigen Bäume, sind besonders schlank und schmal. Kaum vorstellbar, wie sich hier die gesamte Belaubung entwickeln sollte. Zunächst öffnen sich die Knospen nach oben, wie kleine hellgrüne Flammen sitzen die sich entfaltenden Triebe auf den Zweigen auf. Die jungen Blätter sind an Zartheit kaum zu übertreffen. Schnell entwickeln sie sich flächig, dabei wie schwerelos schwebend in das luftige Element. An die Blattränder werden feine, silbrig mit dem Licht spielende Härchen gesetzt. Der frühlingshafte Buchenwald ruht in eine feine, zarte Sphäre getaucht. Durch den reichlichen Bestand an Buchen ist zu dieser Jahreszeit der Weg von Lundo nach Naone besonders schön.

Je nachdem, wie und mit welcher Frage man etwas betrachtet, wird man die entsprechende Antwort erhalten. Wie schaut man auf etwas hin?

Da ich mich den Phänomenen des Lebens annähern möchte, wähle ich meine Fragestellung entsprechend.

Die Ätherkräfte charakterisieren ganz allgemein gesprochen die Lebenskräfte. Sie sind das, was das Lebendige ausmacht und das Leben erhält. Fehlen die Lebenskräfte, wird jedes „Lebewesen“ zur reinen Materie, die den physikalischen Gesetzen und dem Abbau unterworfen ist. Die Allgemeinheit der Ätherkräfte lässt sich in vier Charakteristiken untergliedern, die einen Anklang an die Elemente aufweisen, aber damit nicht gleichzusetzen sind. Dies wären der Licht- und Wärmeäther sowie Lebensäther und chemischer Äther, der dem Element des Wassers entspricht und oft auch als Klangäther bezeichnet wird.

Die genannte Begrifflichkeit bis zu ihrer Charakterisierung, Beschreibbarkeit und näherungsweisen Erfassbarkeit stammen aus den Forschungen von Rudolf Steiner sowie gegenwärtig und aktuell von Heinz Grill.

Von Heinz Grill liegen ganz konkrete Aussagen zum Blattwachstum vor.
Er lenkt dabei die Aufmerksamkeit auf eine für das heutige Verständnis überraschende Tatsache:

Heinz Grill beschreibt damit eine Gesetzmäßigkeit, die sich unserem beobachtenden Auge in der Regel entzieht. Nicht aus der reinen visuellen Betrachtung erklärt sich das Wachstumsphänomen. Doch mit einem von diesen Gedanken begleiteten Sinnesprozess kann eine empfindende Wahrnehmung herangebildet werden. Indem ich die von den Geistforschern herausgearbeiteten Imaginationen der Lebens- und Ätherkräfte grundlege, und beim Phänomen – dem Blattaustrieb – auf diesen Aspekt hinschaue, gewinnt er seine Realität.

sagt Rudolf Steiner. Die Wachstums- und Gestaltungskräfte wirken von außen, vom Kosmos zentripetal auf die Pflanze; ganz besonders bei der Blütenbildung.

Heinz Grill beschreibt genau das; er betrachtet den Wachstumsprozess vom Ätherischen ausgehend. Dem bereits genannten Zitat möchte ich deshalb den im Buch „Wesensgeheimnis der Seele“ beschriebenen Sinnzusammenhang beifügen:

Mögen diese Gedanken zunächst vielleicht wenig vertraut klingen; der biologisch-dynamische Landbau kennt diese Zusammenhänge auch im Stofflichen. Im Gespräch bestätige ein Landwirt den rhythmischen Charakter aller Wachstumsprozesse: auf ein Zusammenziehen folgt eine Ausdehnung und die vorangehende Zentrierung ist immer Voraussetzung für den Wachstumsprozess.

Stofflich betrachtet, erfolgt bei dem Zusammenziehen die Anreicherung von Nährstoffen aus der Erde und aus der Luft in der Blattknospe bzw. in der Triebspitze; beim Ausgleiten der Aufbau des Blattes aus den entsprechenden Nährstoffen und mithilfe der Photosynthese, was nichts anderes bedeutet, als mit Hilfe der kosmischen Qualität des Lichts.

An anderer Stelle bezeichnet Heinz Grill den chemischen Äther sogar als „eigentliche Kernsubstanz“ des Äthers. Er

Um sich selbst einen Sinn, ein Wahrnehmungsorgan für die von den Geistforschern beschriebenen Zusammenhänge zu schaffen, kann man Übungen zu Hilfe nehmen.

Man betrachte beispielsweise ein Blatt für etwa eine Minute aufmerksam und mit dem Vorhaben, möglichst genau sowohl die einzelnen Details, als auch die Gesamt-Proportion und Eingliederung in die ganze Pflanze oder den Lebensraum einzuprägen. Nun schließe man die Augen und rekonstruiere das Bild in der Vorstellung. Zeigt sich das so wieder-erschaffene Blatt lebendig im Vorstellungsleben, gesellt man den Gedanken des chemischen Äthers und seines Wachstumsimpulses aus Zusammenziehung und Neumanifestation hinzu. Mehr im Hintergrund gehalten, denke man diesen Gedanken zum Bild hinzu. Bei wiederholter Übung kann sich ein feines Gefühl einstellen, mit dem man die wachsende und sprießende Welt in einer erweiterten Dimension betrachtet.

Die Impulsierung einer Asana aus einem bestimmten Chakra nimmt bei der von Heinz Grill geschaffenen Übungsweise einen zentralen Platz ein. Mit jedem Chakra, mit jedem Energiezentrum, ist eine spezifische seelische Qualität und Erlebensform gegeben und erfahrbar.

In gewissen ausgewählten Aspekten der Chakren sehen wir eine Verbindung zu den lebensschaffenden Ätherkräften. Das zweite Zentrum steht dabei in Relation zum chemischen Äther und zum Wasser.

Der dementsprechende Übungsansatz wählt eine Zentrierung im zweiten Zentrum. Gelingt diese, wird unmittelbar an anderer Stelle des Körpers eine expansive Leichtigkeit erlebbar. In der Stellung des Halbmondes, āñjaneyāsana, beispielsweise steht die Zentrierung im zweiten Zentrum mit einem weiteren, bodennahen Ausgleiten der Beine und einer leichteren Öffnung des Brustkorbes beim Rückwärtsbeugen in Beziehung. Die Weite Dehnung, koņāsana, ist ein weiteres klassisches Beispiel für den Zusammenhang einer Zentrierung im chakra und dem Ausfließen von Beinen und Oberkörper.

Der Fortschritt in der Übung wird also nicht durch forcierte Anstrengung, die sich unmittelbar auf das Ziel richtet, erreicht. Sondern im Sinne der Äthergesetze wird durch die Bewegung eine Gegenbewegung ausgelöst, die den Körper aus ätherischer Leichtigkeit in die Ausformung der Yoga-Asana verhilft.

Im Bild eine einfache Demonstration des Zusammenhangs: durch die Zentrierung im zweiten Chakra erfolgt ein Ausfließen der Beine am Boden und eine Leichtigkeit im Oberkörper.

Die entsprechende Charakterisierung von Heinz Grill lautet:

Pflanzen gehören ganz dem ätherischen Reich der Natur an. Sie können als direkter Ausdruck des ätherischen Wirkens gesehen werden. Als Menschen erfahren wir ganz selbstverständlich im Faktum des Lebens Ätherkräfte.
Anders als die Pflanze können wir jedoch mit Hilfe unseres Bewusstseins Vorstellungen über die Art und Ausprägung von Ätherkräften bilden, diese wahrnehmen und sogar konkret aktivieren. Als Menschen sind wir also in der Lage, Ätherkräfte nicht nur selbst zu erleben, sondern auch tatsächlich  zu erschaffen und in der Rückwirkung belebend zu erfahren.
Im Sinne der reifen Verantwortung innerhalb des Studiums geistiger Gesetzmäßigkeiten besteht das Ideal, diese Möglichkeiten als Gabe für Umwelt, die Welt im Allgemeinen oder auch zur Kräftigung der Natur einzusetzen.

Rudolf Steiner machte 1923 auf einen wichtigen Zusammenhang aufmerksam:

Als Zeitphänomen konstatiert er:

Nun beschreibt Rudolf Steiner, wie in früheren Zeiten die Naturgeistigkeit in den Organen des Menschen gelebt hätte und vom Menschen in seinem Inneren hätte wahrgenommen werden können. Diese Kräfte waren an der Entwicklung des Menschen beteiligt. Und so schlussfolgert er:

Bild und Text: Lilly Zahara, 27.04.2026


(1) Heinz Grill, „Das Wesensgeheimnis der Seele“, Stephan-Wunderlich-Verlag Sigmaringen, 3. Aufl. 2016, S. 119f.
Erhältlich im stw-Verlag

(2) Heinz Grill, „Die Ernährung und die gebende Kraft des Menschen“, Stephan-Wunderlich-Verlag Sigmaringen, 8. Aufl. 2013, S. 48; Erhältlich im stw-Verlag

(3) Heinz Grill, „Die Seelendimension des Yoga“, S. 45. Es ist empfehlenswert, das gesamte Kapitel zur Kenntnis zu nehmen, um ein umfassenderes Verständnis für dieses zweite Energiezentrum zu gewinnen. Bei der Entwicklung des Chakras steht nicht eine Verbesserung der Übungstechnik im Vordergrund, sondern mithilfe der erkenntnisorientierten Übungsweise soll die Entwicklung von dem Chakra entsprechenden Tugendkräften der Seele angeregt werden. Die Charakteristik des zweiten Energiezentrums beschreibt Heinz Grill mit der „seelischen Grundsubstanz, die die Fähigkeit fördert, eine moralische und gute Handlung auszuführen.Je glücklicher diese Region angelegt ist […] desto mehr kann [der Einzelne] Handlungen tätigen, […] die zum moralisch gesitteten Guten in der Welt beitragen.“; Erhältlich im stw-Verlag

(4) Rudolf Steiner, Fragenbeantwortung zum Vortrag „Anthroposophie und Agnostizismus“, gehalten in Den Haag am 12. April 1922, veröffentlicht in: „Damit der Mensch ganz Mensch werde. Die Bedeutung der Anthroposophie im Geistesleben der Gegenwart“, GA 82, S. 230

(5) Rudolf Steiner, Achter Vortrag zum Erleben der Naturgeistigkeit, gehalten in Dornach am 20. Januar 2023, veröffentlicht in: „Lebendiges Naturerkennen. Intellektueller Sündenfall und spirituelle Sündenerhebung“, GA 220., S. 117ff

Zur Einführung in die vier verschiedenen Äther-Arten siehe den Artikel auf dieser Seite:
Natur empfinden – „Lebenskräfte in der Natur sehen und kreieren“

Praktizierte Yoga-Asana von Philippe Gits

Yogalehrer, Betreiber des „Centrum voor Yoga en Gezondheid“, Lokeren, Belgien

www.yogaengezondheid.be